 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 | Der Blitz ein atemberaubendes Schauspiel, |
|
|
|
|
aber auch gefährlich!
Der Blitz
ist nur wenige Zentimeter dick, hat aber eine Leuchtkraft wie 1 Million 100 - Watt Glühbirnen.
Blitze entstehen in Gewitterzellen. Diese können mehrere Kilometer Durchmesser und Höhe haben. Durch den starken Aufwind im Innern der Gewitterzelle werden positive und negative Ladung getrennt. Dies führt zu einer elektrischen Entladung, die wir als Blitz wahrnehmen. Die Blitzhäufigkeit nimmt innerhalb Deutschlands von Norden nach Süden zu. Durchschnittlich wird jeder Quadratkilometer 4 mal pro Jahr vom Blitz getroffen. Insgesamt sind dies 1.000.000 (1 Million) Blitzeinschläge pro Jahr allein in der Bundesrepublik. Schäden in Millionenhöhe sind die Folge. Auch Personenschäden sind häufig zu beklagen. Die meisten Unfälle resultieren aus Unwissenheit und falschem Verhalten bei Gewitter. Schützen Sie sich und Ihre Familie.
|
|
|
Blitzschutzanlagen
Bei einem Blitzschlag in ein Gebäude können Überspannungen bis zu mehreren 100 kV auftreten. Diese Spannungen liegen deutlich höher als die Durchschlagsspannungen der Isolationen von Niederspannungs -Verbraucheranlagen oder elektronischen Einrichtungen.
Der Blitz kann in Annäherung als eine Gleichstrom-Stoßentladung aufgefasst werden. Er erreicht in wenigen Millionstel Sekunden einen Höchstwert von bis zu 400 kA. Seine Halbwertszeit, also die Zeit, in der die Hälfte des Strommaximalwertes fließt beträgt ebenfalls nur wenige Millionstel Sekunden. Am häufigsten sind Blitze mit weniger als 20 kA Scheitelwert. Wegen des ungewöhnlich steilen zeitlichen Anstiegs des Blitzstromes bis zu seinem Scheitelwert verhält sich ein Blitz anders als übliche technische Ströme. Der Leitungswiderstand wird im wesentlichen nicht nach der Leitfähigkeit des Werkstoffes, sondern nach dem sog. Wellenwiderstand, der vor allem von der Höhe der Leitung über dem Erdboden abhängt, bestimmt.
Wenn Blitzableiter nicht fachgerecht installiert wurden, ist insbesondere bei hohen Gebäuden mit einem Abspringen des Blitzes vom Blitzableiter auf andere geerdete Teile, wie z.B. Wasserleitungen, Stahlkonstruktionen oder elektrische Installationsanlagen zu rechnen. Eine andere Gefahr besteht in einem punktförmig konzentrierten Wärmeumsatz bei schlechten Leiterverbindungen. Befinden sich in der Nähe solcher Fehlerstellen leicht entflammbare Stoffe oder auch Holz, so kann das Gebäude trotz Blitzableiter abbrennen. Auf solche Wärmewirkungen sind die meisten typischen Blitzschäden zurückzuführen.
Strömt ein Blitz durch wasserhaltige Gegenstände hindurch, so wird infolge starker Erwärmung (hoher elektrischer Widerstand) das Wasser nicht nur erhitzt, sondern in Bruchteilen von Sekunden verdampft. Die Folge ist ein explosionsartiges Zersprengen.
Neben den Schäden, die der direkte Blitzeinschlag in das Gebäude verursachen kann, ist die Gefahr der Gewitterüberspannungen in elektrischen Anlagen zu beachten. Besonders gefährdet sind empfindliche Elektrogeräte, wie Kühlschränke, Gefriertruhen, Fernsehgeräte, Alarmanlagen, Fernmeldeanlagen sowie Aufladeautomatiken für Speicherheizungsanlagen.
Wegen der Verschiedenheit dieser beiden Problematiken unterscheidet man grundsätzlich in äußeren und inneren Blitzschutz.
Blitzschutzmaßnahmen sind alle Maßnahmen, die dazu dienen, dass als Folge eines Blitzeinschlages in einem Blitzgefahrenbereich nur solche Schäden auftreten, die für eine bestimmte Blitzschutzklasse (BSKL) noch zulässig sind. In erster Linie sind dafür technische Blitzschutzeinrichtungen am Objekt vorgesehen, die mit ihren Auffang-, Ableit- und Erdungseinrichtungen im Zusammenwirken mit entsprechenden Potentialausgleichsmaßnahmen den Blitzstrom zur Erde leiten.
Äußerer Blitzschutz
Die äußere Blitzschutzanlage besteht aus den drei Hauptelementen Fangeinrichtung, Ableitung und Erdungsanlage.
Fangeinrichtungen Auf dem Dach sind alle metallischen Aufbauten in den Blitzschutz mit einbezogen. Die Dachlüfter, der Antennenmast, die Zinkblechabdeckungen, die Abluftrohre und die Brüstungsstützen sind an die Dachleitungen (Fangleitungen / in der Regel verzinkter Stahldraht 8 mm Durchmesser) angeschlossen.
Die Dachleitungen sind auf geklebten Beton - Steinstützen oder anderen isolierten Stützen (Abstand max. 1 m) verlegt und an die Ableitungen angeschlossen. Sofern vorhanden wurden die mit Stahlblech verkleideten Dachkanten auch als Dachleitung genutzt.
Ableitungen Die Dachleitungen werden an die Ableitungen (in der Regel verzinkter Stahldraht 8 mm Durchmesser) angeschlossen und diese werden auf Abstandhaltern an der Gebäudewand senkrecht zum Erdungsanschluss geführt.
Teilweise wurden die Ableitungen durch den Baukörper geführt. Zum Beispiel wurden in den Loggiaschaftelementen durchgehend verschweißte Baustähle als Ableiter verwendet, die über einen verzinkten Anschlussstahl (ragt aus dem Beton ca. 20 cm senkrecht nach oben) mit den Dachleitungen verbunden werden konnten. Als Anschlussstelle zum Erder wurden Kontaktplatten in die Betonbauteile eingesetzt. Daran wurden die Anschlussstäbe der Fundamenterder angeschweisst.
Falls ein Aufzug im Gebäude installiert wurde, so wurden auch die Führungsschienen der Aufzugsanlage an die Dachleitung einerseits und an den Fundamenterder andererseits angeschlossen. Sie dienen als Nebenableiter.
Mindestens zwei Ableiter sind entsprechend DIN VDE an den Gebäudenzu installieren. Bei größeren Gebäuden ist ein Ableiter im Abstand von mindestens alle 24 m am Umfang des Gebäudes vorhanden. Statt Ableitungen am Umfang des Objektes sind auch in gleich großer Anzahl Ableitungen im Inneren des Objektes möglich. Dabei beträgt der Mindestabstand 10 m.
Erdungsanlage Die Erdung der Blitzschutzanlage erfolgt im allgemeinen durch einen Fundamenterder, der während der Errichtung des Gebäudes eingelassen wurde. Zu den jeweiligen Anschlusspunkten sind korrosionsgeschützte Anschlussfahnen hochgeführt (in der Regel verzinkter Stahldraht 8 mm Durchmesser). Bei Hochhäusern werden von den Bewehrungsstählen der Fundamentplatte korrosionsgeschützte Anschlussfahnen zu den erforderlichen Anschlussstellen herausgeführt.
Innerer Blitzschutz
Im allgemeinen werden keine besonderen Maßnahmen für den inneren Blitzschutz vorgesehen. Die Überspannungen, die an Rohrleitungen und im Bereich des PEN - Leiters auftreten, werden durch den Hauptpotentialausgleich an den Fundamenterder abgeleitet.
Der Zusammenschluss von metallenen Konstruktionsteilen mit der Blitzschutzanlage erfolgt entsprechend DIN VDE an folgenden Stellen (Potentialausgleich): - im Bereich des zentralen Potentialausgleiches nach DIN VDE oder im Fundamentbereich, - im Dachbereich bei Bauwerken über 20 m Höhe, - mindestens alle 30 m in horizontalen Ebenen bei Bauwerken über 40 m Höhe, - im Dachbereich, wenn unmittelbar unter dem Dach ein Blitzgefährdungsbereich liegt.
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |